P47 Thunderbolt 1:24 (Vintage)


Über die Geschichte der P47 Thunderbolt muß ich wohl an dieser Stelle nicht viel schreiben. Informationen sind im Internet oder in Büchern reichlich vorhanden. Daher hier nur ein paar kurze Worte:

Die Republic P-47 Thunderbolt wurde im Zweiten Weltkrieg als Jagdflugzeug entworfen und als Jäger, sowie später auch als Jagdbomber, eingesetzt. Ihr Jungfernflug fand am 6. Mai 1941 statt. Im Laufe des Krieges wurden ca. 15.600 Thunderbolts produziert, die auf nahezu jedem Kriegsschauplatz eingesetzt wurden.

Grund für meinen "Rückfall" von den Airlinern in den Bereich der Warbirds war eine Auftragsarbeit. Ich kannte vorher weder die Firma Vintage, noch den Bausatz der P47 in 1:24.


Ein Klick auf das Bild läd eine größere Version !


Der Bausatz:
Ein riesiger Karton, bis zu Rand voll mit sauber gegossenen Teilen und drei sehr guten Decalbogen, die den Bau von sechs Varianten zulassen, erwarten den Modellbauer nach dem Kauf dieses Bausatzes.
Beim Bau merkt man aber leider schnell, das bei der Aufteilung der Sprizlinge ein ziemliches Durcheinander herrscht. So müssen die gerade benötigten Teile öfters von mehreren Spitzlingen zusammen gesucht werden, was bei der Anzahl sehr zeitaufwendig werden kann. Die einzelnen Spritzlinge sind zwar markiert, aber leider schweigt sich die Bauanleitung darüber aus, wo man suchen soll.
Die Passgenauigkeit der Teile ist zwar in Ordnung, zeigt aber hier und da noch Schwachstellen auf. Somit bleibt einem der Einsatz von Spachtel und Schleifpapier nicht gänzlich erspart.
Leichte Kritik gibt es auch bei der Bauanleitung. Es ist auf den Zeichnungen leider nicht immer offensichtlich, wie ein Teil montiert werden soll. Es kann daher schnell zu Montagefehlern kommen, die hinterher mühsam wieder behoben werden müssen.


Jetzt will ich den Bausatz aber nicht ganz schlecht machen !
Es gibt auch viel Positives. So sind z.B. die Teile sehr sauber gegossen und fast völlig gradfrei. Der Motor alleine ist fast schon ein Bausatz für sich. Schade eigentlich, das er nach dem Zusammenbau nur noch zur Hälfte sichtbar bleibt und nicht mal eine Option besteht für den hinteren Motorteil Klappen am Rumpf zu öffnen. Die ganzen montierten Leitungen und Tanks bleiben somit im Verborgenen. Sicher wäre die Rumpföffnung aber für den geübten Modellbauer eine Option. Ich ließ es aber dabei bewenden, nur eine Seite der Cowling abnehmbar zu gestalten.

Das Cockpit ist schön detailiert, leider liegen dem Bausatz aber keine Gurte bei. Gut wurde auch die Befestigung der Tragflächen mittels Holmen, die durch den Rumpf gehen, gelöst. Das gibt dem doch recht schweren Modell nach der Fertigstellung gute Stabilität. Das Fahrwerk ist dem Gewicht gewachsen, leider ist die Befestigung des Spornrades nicht sonderlich glücklich gelöst und bedarf etwas Verstärkung durch den Modellbauer.

Letztlich wurde ich noch dadurch überrascht, das der Propeller mit Bausatzmitteln nicht drehbar montiert werden kann. Hier sollten schon beim Bau des Motors Vorsorge getroffen werden, da man keine Möglichkeiten mehr hat, wenn man stur nach Bauplan baut.





Abschließend gesagt:
Trotz der genannten Auffälligkeiten war der Bausatz der P47 von Vintage kein Fehlkauf. Hier und da muß man als Modellbauer zwar noch Verbesserungen oder Änderungen vornehmen, aber macht das nicht auch den Reiz aus? Ich denke ein allzu perfekter Bausatz wäre doch auch zu langweilig.
Jedenfalls bleibt noch jede Menge Raum für Zusatzausrüstungen von z.B. Verkabelung von Motor, Cockpit oder Waffenschächten. Ich persönlich werde nun das Modell seinem Besitzer übergeben und wieder zu meiner Leidenschaft "Airliner" zurückkehren.