McDonnel Douglas DC-10-30 "Lufthansa" (Doyusha) 1:100




Die DC-10 ist einer der ersten Vertreter der neuen Ära der Widebody-Flugzeuge. Die Entwickler hofften, mit ihr die Lücke zwischen den bis dahin üblichen Flugzeugen und der übergroßen Boeing 747 zu füllen.
Eine Ausschreibung im Jahre 1966 der American Airlines für ein geräumiges Verkehrsflugzeug gab den Anlaß zur Entwicklung dieser Maschine. Das Entwicklungswettrennen gewinnt die Crew von Douglas und erlangt zusätzliche Vorteile durch die Probleme, die Lockheed mit der Tristar und den Rolls-Royce Triebwerken hat. Das ist wichtig, denn beide Maschinen sind sich in Grundkonzept und Kapazität sehr ähnlich.

Das Original im Jahre 1980


Die DC-10 geht also als Pfeilflügel-Tiefdecker im August 1970 auf Jungfernflug und im August 1971 in den Liniendienst.
Der gute Start beschert der DC-10 einen deutlichen Absatzvorsprung vor der Lockheed. Dennoch konnte Douglas mit 386 zivilen Auslieferungen nicht halb so viel Maschinen verkaufen, wir ursprünglich prognostiziert und erhofft. Offenbar ist der Markt für ein gegenüber der Boeing 747 etwas kleineres Großraumflugzeug nicht so groß wie angenommen. 1989 wird die letzte DC-10 an Nigeria Airways ausgeliefert.
Der überarbeitete Nachfolger trägt die Bezeichnung MD-11, besitzt als äußerliche Unterschiede Winglets und einen verlängerten Rumpf. Leider wurde auch sie in der Passagierversion, im Gegensatz zum reinen Frachter, kein großer Erfolg.



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Das Modell:
Von gravierenden Passungenauigkeiten am Rumpf mal abgesehen, bietet Doyusha einen schönen Bausatz im, für Airliner nicht alltäglichen Maßstab, 1:100 an. Leider sind umfangreiche Spachtel- und Schleifarbeiten nötig, um die Spalte zu verschliessen. Die Bauanleitung ist zwar nur in japanisch vorhanden, die Zeichungen lassen das aber vergessen. Der Bausatz beinhaltet einen sehr guten Decalbogen, welcher den Bau einer DC-10 der Japan Airline ermöglicht.




Meine DC-10:
Mein Modell stellt eine DC-10 "Version 30" da, welche äußerlich an dem dritten Hauptfahrwerk unter dem Rumpf zu erkennen ist. Die Kennung dieser Lufthansa DC-10 mit dem Namen "Berlin" lautete D-ADBO. Sie wurde am 15.01.1974 von Lufthansa übernommen und nahm am 32.02.1974 den Liniendienst auf. Im Laufe des Jahres 1982 wurde sie in "Bochum" umbenannt und ab dem 19.12.1990 an Zambia Airways verleast.
Am 01.07.1991 kam sie zur Lufthansa zurück, bis sie im Mai 1993 ausser Dienst gestellt wurde. Die Maschine wurde dann bis zur Umrüstung in eine reine Frachtversion in Arizona geparkt. Zwischen 1996 und 2001 wurde sie dann von Gemini Air Cargo geflogen, um anschließend auf einem Flugzeugfriedhof in der Mojave-Wüste abgestellt zu werden. Ihr weiterer Verbleib ist mir leider unbekannt.




Der Bau:
Einfach aus dem Kasten zu bauen kam für mich nicht in Frage. Ich wollte ein Modell im Endanflug. Also wurden die Landeklappen ausgeschnitten, verspachtelt und in 40°-Position wieder montiert. Auch die ausgefahrenen Vorflügel mussten aus Plastiksheet angefertigt werden. Ausserdem sollte die Maschine die alte Lufthansa - Bemalung tragen, was die Erstellung neuer Decals nach sich zog. Einzig die silbernen Fensterrahmen stammen aus einem Fertig-Decalsatz von Airline Hobby.





Abschließend gesagt:
Ein schöner Bausatz, aus dem ein stattliches Modell wird. Die Länge beträgt 55 cm, während die Tragflächen sich über 50 cm Spannweite erstrecken.
Leider waren zumindest in meinem Bausatz der Rumpf und die Tragflächen ziemlich verzogen. Mit etwas Gefühl und heissem Wasser ließen sich diese "Patzer" aber richten. Der Rest mußte dann halt mit viel Spachteln und Schleifen erledigt werden.
Ich jedenfalls habe richtig Spaß an Airlinern gefunden und noch mir einige Bausätze im Maßstab 1:100 beschafft. Je eine Boeing 767-200, Boeing 747-100, Boeing 727-100, Lockheed Tristar und eine Tu 154 warten jetzt noch auf ihre Fertigstellung.