Concorde 1:72 (Heller)




Eigentlich passen Düsenflugzeuge nicht zu meiner Vorliebe für Propellerflugzeuge, aber als ich die neue Concorde von Heller im Maßstab 1:72 sah, konnte ich nicht widerstehen. Satte 87 cm Länge und die elegante Form machen schon was her.


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Das Modell:
Der Bausatz überzeugte auf den ersten Blick. Ein mit 151 Teilen gut gefüllter, stabiler Karton sollte Freude beim Bauen aufkommen lassen. Ausserdem ein Beutel mit allen benötigten Farben, Kleber, eine Tube Humbrol Clearfix für die Fenster, Pinsel, eine sehr übersichtliche Bauanleitung, plus ein 35 seitiges Extraheft das Originalfotos (leider nur schwarz/weiß), sowie die Geschichte sämtlicher von Air France eingesetzter Maschinen, beinhaltet.

Heller hat selbst an die Zeit nach dem Bau gedacht, indem sie drei mögliche Varianten ermöglichen.
1. Auf dem beigelegten, stabilen Ständer kann die Maschine bei Start und Landung gezeigt werden und durch ein Kugelgelenk auch gekippt werden.
2. Stehend auf dem Fahrwerk. Es liegen Metallstangen bei, die im Hauptfahrwerk verbaut, für Stabilität sorgen.
3. Aufhängungspunkte, die das Aufgängen an der Decke ermöglichen. (eventuell mit eingefahrenem Fahrwerk)

Im Inneren versteckt, ein komplettes Cockpit und Schotten zur Verstärkung des ziemlich langen Rumpfes. Damit ist es kein Problem das Flugzeug auch mal in die Hand zunehmen, ohne ein "Durchbiegen" des Rumpfes befürchten zu müssen. Abgerundet wird der Bausatz durch einen riesigen Decalbogen, der den Bau von fünf verschiedenen Air France-Maschinen möglich macht.




Leider zeigten sich beim Bau auch die negativen Seiten ziemlich schnell. Teilweise sind, bedingt durch Ungenauigkeiten, größere Anpassungen, Spachtel- u. Schleifarbeiten notwendig. Zudem ist der Mechanismus der beweglichen Nase und des Windschildes ziemlich anfällig und funktioniert nur sehr widerwillig. Ich beschloß daher den Einbau wegzulassen und die Nase in fester Position einzubauen.





Die von mir gebaute Concorde mit dem Kennzeichen F-BVFB steht heute im Technikmuseum Sinsheim hinter ihren russischen Gegenstück TU-144.
Ihr Erstflug fand am 06.03.1976 statt und ihre letzte Landung, nach 16443 Flugstunden, absolvierte sie am 24.06.03 in Baden-Baden, von wo aus sie zerlegt zum Technikmuseum gebracht wurde.
Das Flugzeug hat eine lange und aufregende Geschichte hinter sich.
So fand z.B. an Bord die erste Hochzeit bei Mach2 statt
Rekordflugzeit für eine komplette Erdumrundung im Jahre 1988
Sie war die erste Concorde, die nach dem Absturz der F-BTSC und einer umfassenden technischen Umrüstung, wieder flog.

Fazit:
Abgesehen von den beschriebenen Problemen ist Heller ein wirklich toller, gut ausgestatteter und nicht mal allzu teurer Bausatz gelungen und das fertige Modell macht alleine schon durch seine Ausmaße ordendlich was her.