McDonnell Douglas C-17 "Qatar" (Anigrand Craftswork- 1:72)


Die C-17 Globemaster III ist ein von McDonnell Douglas entwickeltes und seit dessen Übernahme von Boeing produziertes militärisches multifunktionales Transportflugzeug für große Lasten oder Truppen.
Wie für schwere Transportflugzeuge üblich, ist die C-17 ein Schulterdecker mit 3 Meter hohen Winglets und einem T-Leitwerk sowie mit einem System zur Luftbetankung versehen. Hervorragende Kurzstart- und Landeeigenschaften lassen das Flugzeug auch von kleineren Plätzen aus operieren. Mit 72 t Fracht kann die Globemaster III auf einer nur 914 m langen Piste landen. Die geringe Landestrecke ist möglich, weil die Maschine über einen exorbitant starken Umkehrschub verfügt, so dass sie sogar trotz ihres Gewichts rückwärts rollen kann.

Technische Daten:
Länge: 53,04 m; Spannweite: 50,29 m; Höhe: 16,79 m
Frachtraum (L×B×H): 26,82 m × 5,49 m × 3,76 m (höchste Stelle 4,1 m)
Leergewicht: 122.016 kg; max. Startgewicht: 263.083 kg; max. Zuladung: 77.519 kg

Das Emirat Katar hat am 21. Juli 2008 zwei Maschinen bestellt, die Anfang August, bzw. Anfang September 2009 ausgeliefert wurden. Katar will seine C-17 für den Truppen- und Materialtransport, insbesondere aber auch für humanitäre Einsätze verwenden. Eines der Flugzeuge ist deshalb in den Farben von Qatar Airways lackiert.


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Der Bausatz:
Wenn man den Karton öffnet erwarten einen zahlenmäßig relativ wenig Resinteile, sowie ein Fahrwerk aus Metall und Klarsichtteile für den gesamten Cockpitbereich. Man vermutet daher erstmal einen schnellen Bau. Später stellt man allerdings fest, das man damit reichlich daneben gelegen hat.

Der Rumpf ist vierteilig, die Tragflächen bestehen aus Ober- und Unterhälften und es liegen Teile zur inneren Darstellung des Cockpits bei. Der kleine Decalbogen gibt leider nur die nötigsten Markierungen einer USAF-Maschine her. Wartungshinweise, sowie Wingwalk Stripes, ect. sind nicht vorhanden. Hier muß der Zubehörmarkt aushelfen, aber dazu später mehr.
Eine Offendarstellung der großen Heckklappe ist bei diesem Bausatz nicht vorgesehen und die "Bauanleitung" besteht aus nur einem, schlecht kopiertem DIN A4-Blatt, welches auf der Rückseite die Positionierung der wenigen Decals beschreibt.

Leider war es mit der Passgenauigkeit der relativ großen Teile nicht zum Besten bestellt. Man sollte sich also vor dem Bau reichlich mit Spachtelmasse, Schleifpapier, Sekundenkleber und Geduld eindecken. Besonders ärgerlich war das viel zu schmale Klarsichtteil für die Kanzel, welches mehrere Milimeter schmaler als der Rumpf war. Es mußte also der Länge nach zerteilt werden, um anschließend etwas Material in der Mitte einzufügen. Auch hier war wieder eine Spachtel- und Schleiforgie angesagt.

Wenn man sich die, im Internet reichlich vorhandenen, Vorbildfotos der C-17 genauer anschaut (z.B. C-17 ), fällt auf das der Bausatz einige Ungereimtheiten im Rumpfbereich aufweist. So sind bei ausgefahrenem Fahrwerk die seitlich auf den Fahrwerkskästen angedeuteten Klappen nicht geschlossen, sondern stehen leicht offen. Hier sollte mittels Plastiksheet nachgebessert werden, wenn das Fahrwerk am Modell ausgefahren dargestellt werden soll. Ebenso fehlen dem Bausatz diverse Öffnungen für z.B. die Hilfsturbine (APU), die im vorderen Teil der rechten Fahrwerksgondel eingebaut ist. Die Gondel ist daher auch etwas länger als das Gegenstück auf der anderen Rumpfseite. Desweiteren sollten verschiedene Kühlklappen nachgerüstet werden.
Einen weiteren Punkt stellen angegossenen Ausbuchtungen seitlich hinter dem Cockpit am Rumpf dar. Sie sind zumindest bei der Version von Qatar Airways nicht vorhanden. Also wurde wieder geschliffen.
In der Bauanleitung völlig unerwähnt blieb, das bei dem Modell mal richtig viel Gewicht im Bug untergebracht werden sollte, damit die fertige Maschine nicht hecklastig auf dem Hintern steht. Platz bietet der große Rumpf ja zur Genüge.




Aber nun zu meinem Modell:
Ich wollte unbedingt eine Maschine in der Qatar Airways-Lackierung bauen. Die benötigten Decals waren aber leider nur im Maßstab 1:144 erhältlich und so schrieb ich die Firma DRAW Decals mit der Frage an, ob die Möglichkeit bestände den Satz auch in 1:72 zu bekommen.
Nach nur ein paar Stunden bekam ich die Antwort, das es kein Problem wäre und sie die Decals für den 1:72 Anigrand Bausatz in ihrem Sortiment aufgenommen hätten. Das war ja mal ein super Kundenservice !!!
Nach drei Wochen Wartezeit kam ein riesiger DIN-A3 Bogen in bester Qualität bei mir an. Darauf waren auch alle fehlenden, oben genannten Decals, dargestellt. Einziger Wermutstropfen waren die Teile, welche auf den Heckkonus aufgebracht werden sollten. Es war einfach unmöglich die Declas knitterfrei auf die Rundungen zu bringen. Ich habe mir dann aus Rot und Blau den Farbton angemischt und das Heck komplett lackiert. Genauso geschah es dann bei den Winglets.





Eine weitere Änderung betraf die Tragflächen. Die Landeklappen und Vorflügel sollten auf jeden Fall ausgefahren dargestellt werden. Also wurden die Klappen ausgesägt, verspachtelt und verschliffen und an den ebenfalls zerteilten Führungen unter den Flügeln wieder montiert. Die, im ausgefahrenem Zustand, sichtbaren zusätzlichen Klappen, sowie die Vorflügel wurden aus Plastiksheet erstellt und hinzugefügt. Detailfotos hierzu sind ebenfalls im Netz zu finden.
Jetzt fehlten nur noch die am Rumpf reichlich vorhandenen Antennen, die aus Evergreen Profilen angefertigt werden mußten.

An den Tragflächen, sowie die Höhenrudern waren zwar Zapfen zur Verstärkung bei der Montage am Rumpf angegossen, aber trauen wollte ich denen nicht wirklich. Also wurde ein 7 mm Alurohr quer durch den Rumpf bis in die Tragflächen, durch vorher angebrachte Bohrungen geführt. Dieses Alurohr dient mir gleichzeitig auch als Aufnahmepunkt für die Angelschnüre, an denen mein Modell aufgehängt ist.
Immerhin wiegt der fertige Vogel fast 5 kg !
Vieleicht ist noch erwähneswert, das bei der C-17 auf dem Boden stehend, die Tragflächen nach aussen hin stark runterhängen. Man sollte also nicht versuchen sie waagerecht am Rumpf zu befestigen.
Bei den Höhenrudern kam das gleiche Prinzip zum Einsatz, nur das anstelle eines Alurohres ein 3 mm starker Stahldraht verwendet wurde.






Abschließend gesagt:
Ein riesiger Vogel !!!
73 cm Länge, 70 cm Spannweite und eine Höhe von gut 28 cm machen ihn ziemlich vitrinenunfreundlich. Das für den Bau einige Hürden zu meistern waren und der Bausatz, sowie der benötigte zusätzliche Decalssatz, einige Euros verschlungen haben, läßt der Anblick des fertigen Modelles durchaus verschmerzen.
Anfängern würde ich aber dringend empfehlen sich mit dem Spritzguss-Bausatz der Maschine im Maßstab 1:144 von Revell zu vertrösten, der in der Anschaffung auch nur einen Bruchteil kostet. Ohne Originalaufnahmen kann das fast nur schief gehen.
Die Verarbeitung und Anpassung der Resinteile erfordert doch einige Erfahrung, die richtige Deutung der Bauanleitung -besonders im Fahrwerksbereich- grenzt schon fast an ein Ratespiel.
Trotzdem - der Bau der C-17 hat viele Stunden Bastelspaß eingebracht und die mächtige Erscheinung nach Fertigstellung entschädigt bei Weitem. Wem das aber immer noch zu klein ist, dem bietet Anigrand auch die noch größere C-5 Galaxy in 1:72 an. .......ach wenn ich doch mehr Platz hätte...... !