Boeing 767-300ER "Condor" (Doyusha) 1:100




Boeing legte 1978 mit dem Programmstart der 767 nicht nur die Basis für eine ihrer erfolgreichsten Flugzeugfamilien. Die 767-Familie wurde vor allem auch zum Trendsetter für einen ganz neuen Markt.
Als erster Jetliner bekam die zweistrahlige 767 bereits 1985 eine Zulassung der U.S.-Luftfahrtbehörde für Langstreckenflüge, die in bis zu 120 Minuten Flugentfernung vom nächsten Ausweichflughafen durchgeführt werden können (ETOPS = Extended Twin-Engine Operations). 1989 folgte die entsprechende Zulassung auch für 180 Minuten, die noch direktere und damit zeit- und kostensparende Flüge auf transozeanischen Strecken erlaubte.

Nicht zuletzt aufgrund der Vorreiterrolle der Boeing 767 gehört ETOPS nach mehr als 15 Jahren guter Erfahrung im Liniendienst heute zum Routinebetrieb der Airlines. Die 767 trägt auch den Beinamen "Die Königin des Nordatlantiks" - kein anderer Jet fliegt derzeit öfter über den großen Teich. Im Gegensatz zur Verbindung großer Knotenpunkte mit Anschlussflügen ermöglichen Flugzeuge wie die 767 heute mehr und mehr direkte Nonstop-Verbindungen, wie sie vor allem von Geschäftsreisenden verlangt werden.
Mit sechs aktuellen Versionen, darunter ein Frachter, sowie weiteren geplanten Varianten kann Boeing mit der 767-Familie heute eine große Bandbreite von Flugzeugen unterschiedlicher Passagierkapazitäten und Reichweiten anbieten. Mit der 767 bietet Boeing eine komplette Produktfamilie für den Markt der 200- bis 300-sitzigen Verkehrsflugzeuge an. Mit sechs aktuellen Versionen deckt die 767 alle Reichweiten von der Kurz- bis zur Langstrecke ab. Diese Vielseitigkeit erlaubt es den Fluggesellschaften, ein passend zugeschnittenes Flugzeug für jede Anforderung und Strecke zu wählen.




Nach einer Bestellung von 30 Maschinen durch United Airlines legte Boeing 1978 mit der 767-200 den Grundstein für die 767-Familie. Zwei Jahre nach dem Erstflug einer -200 am 26. September 1981 wurde auch die Entwicklung der gestreckten 767-300 auf den Weg gebracht. Für jedes dieser beiden Basismodelle entwickelte Boeing ER-Varianten (Extended Range) mit jeweils erhöhter Reichweite für Flüge auf noch längeren Routen.

Insgesamt hat Boeing in der rund zwanzigjährigen Karriere der 767-Familie etwa 900 Bestellungen der verschiedenen Varianten verbuchen können, davon auch mehr als 100 von Fluggesellschaften in Europa. Zirka 800 Maschinen dieser Flugzeugfamilie sind heute weltweit im Liniendienst und haben bisher über 7.5 Millionen Flüge absolviert.




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Das Modell:
Wie schon die vorher von mir gebaute DC-10, zeigt auch der Boeing 767-200 - Bausatz von Doyusha keine nennenswerten Schwächen. Zwar fehlt wiedermal der Hinweis auf einzubringende Gewichte im Bug um die Maschine nicht nach hinten kippen zu lassen, aber für einen Modellbauer mit etwas Erfahrung sollte das kein Problem darstellen. Das Fahrwerk jedenfalls ist stark genug um die Maschine zu tragen, sollte man den beigefügten, stabilen Ständer nicht benutzen wollen. Die Einzelteile sind sauber gegossen und zeige eine gute Detailierung. Natürlich bleibt auch noch reichlich Raum für Verbesserungen.
Der beiliegende Decalbogen ist riesig, sehr gut gedruckt und gestattet den wahlweisen Bau von drei Maschinen verschiedener Fluggesellschaften. ( ANA, America Airways, Ansett )




Der Bau meiner Boeing 767-300:
Von Anfang an hatte ich den Wunsch eine Maschine mit der aktuellen Condor-Lackierung zu bauen. Eine der neun Maschinen dieses Typs, die Condor im Moment betreibt ist die Maschine mit dem Kennzeichen D-ABUF.
Da aber Doyusha nur eine B767-200 anbietet, Condor aber nur die B767-300ER fliegt, die einen 6,5 m längeren Rumpf hat, blieb mir nur der Umbau.
Wie beim Original mußte ich also vor und hinter den Tragflächen ein Segment einsetzen. (Die Maße sind aus Bild 1 ersichtlich.) Aus einem Kunststoff-Regenrohr wurden also die passenden Teile abgelängt und in den vorher geteilen Rumpf eingepasst. (siehe Bild 2) Das Ganze habe ich dann in endlosen Spachtel- und Schleiforgien angepasst und immer wieder grundiert um noch Fehlstellen besser erkennen zu können. Nachdem ich mit dem Ergebnis zufrieden war, wurde der gesamte Rumpf weiß lackiert.




Der Bau der Tragflächen, des Leitwerkes und der Triebwerke stellte nun keine besondere Herausforderung mehr da, da ich bei diesem Modell mal auf ausgefahrene Landeklappen verzichtet hatte. Ehrlich gesagt hatte ich keine Lust mehr auf weiteres Sägen, Spachteln und Schleifen. :-)
Als Abschluß bezog ich die Tragflächen und das Höhenleitwerk noch mit "Bare Metal Foil" im Farbton "Aluminium Matt" um eine möglichst reale Metalloberfläche zu erhalten. Blieb nur noch das Anfertigen und Drucken der benötigten Decals. Dabei stützte ich mich auf die zahlreichen Vorbildfotos, die z.B. bei http://www.airliners.net zu finden sind.





Abschließend gesagt:
Dein guter Bausatz, der auch von Anfängern zu einem schönen Modell gefertigt werden kann, sofern man auf Umbauten verzichtet. Wie bei allen Flugzeugen mit "Dreibeinfahrwerk" sollte das Gewicht im Bug nicht vergessen werden und auf einen stabilen Halt der Tragflächen geachtet werden. Die Gesamtlänge im Maßstab 1:100 beträgt bei meiner -300 nun gute 55 cm, womit es in Vitrinen leicht zu Platzproblemen kommen kann. Ich löste das, indem ich meine Boeing neben der DC-10 an die Decke gehängt habe.